In einer Welt voll Tand und Luxus schallt an uns alle ein kleiner aber feiner Erlösungsruf:
„Stay sharp, 6802!!!„
Was braucht ein Spiel um zu funktionieren? Tolle Grafik, tolle Story? Phh, drauf geschissen, ein Spiel braucht nur eins einen sadistischen Grundtenor.
Scheiß auf ne Lilalaune-glitzer-Kack-Grafik, wer auf Realismus steht soll gefälligst vor die Tür gehen. Story? Habt ihr zu wenig Phantasie, alles doch nur aufgeblähter Mumpitz um die Dummen bei Laune zu halten. Schaut auch mal Flywrench an, eine Kreation von Messhof, einen sehr begabten Spielemacher, der das Prinzip begriffen hat. Weniger ist mehr und manchmal doch auch zu viel.
Was macht man denn da so? Nunja eigentlich nur mit seinem Flieger durch einige Parcours fliegen um das Sonnensystem zu retten. Ja das wars, oder doch nicht?
Nun du bist 6802, der Pilot des „Fliegers“ und das bedeutet schon viel. Du bist eine Nummer, du bist ersetzbar, das Sonnensystem braucht Rettung aber obs nun 6802 oder 7829 ist, is egal. Ja man ist ein niemand, nix und so wird man auch behandelt. Es geht nach der Divise; wie quäle ich dem Spieler heute mal wieder. Dazu kommt das größte Stresspotential was ich je gesehen hab: Absolut spartanische Grafik, Linien und geometrische Körper reichen vollkommen aus. Grelle beißende Farben garnieren die minimalistischen Linien und bringen dem Spieler erneutes Kopfzerbrechen. Dazu kommt übelst kaputte Elektromucke die jenseits von Gut und Böse ist. Stress von oben bis unten, ein abartiger Schwierigkeitsgrad, Augenkrebs und Ohrenbluten das erwartet euch dort, in der Welt von 6802, denn nicht vergessen, das seid ihr. Ein armer Bastard der zwischen Herzinfarkt und epilepitschen Schock springt und am Ende nix zu erwarten hat.
Was bringt das ganze? Nunja es verbraucht Lebenszeit, die Quälerei verbraucht eure Energie, ich denke Kettenrauchen ist gesünder für die Pumpe und den Kreislauf, doch hey wir stehen doch alle auf Schmerz oder?
Denkt an die alten Klassiker, die sind auch nur ultraschwer und es funktioniert, man quält sich bis zum Ende ums geschafft zu haben. Man will bloß noch die vollkommene Befriedigung erreichen, dem Entwickler durch das Siegen förmlich ins Gesicht zu spucken. Das waren noch Zeiten, wir sind doch heute nur noch verweichlicht, Zocken muss Arbeit sein und kein Chillen, das kann man beim Schlafen auch noch. Ganz im nietzscheanischem Sinne: „Was einem nicht umbringt macht einen hart!„
Ihr wollt wissen wie das Spielprinzip funktioniert? Ihr seid doch keine Muschis, schaut auch das Video an und gut is, wer das nicht kapiert kann sich gleich erschießen oder Lehrer werden!
Probierts mal aus, vielleicht gibts nen Anfall oder ihr habt Spaß, auf jedem Fall ist Schaum im Mund angesagt.
In diesem Sinne, wie schon im Titel:
„Stay sharp, 6802!„
Das Spiel ist krank, sauschwer und macht Süchtig…
Und das Beste ist, endlich muss man mal wieder Nachdenken!!!
Schöner Beitrag
Danke für das Lob, RosaPluesch.
Na klar is das Spiel krank, denn wenn man ein paar Sachen von Messhof kennt dann kommt man nur zu dem Urteil, dass er ein wahnsinniger Soziopath ist
Ne ehrlich die haun alle voll rein.
Die nächsten Tage kommen noch Berichte zu „Cowboyana“ und „RBMA“ (beides weitere Spiele von ihm) in den Blog, Vielleicht schreib ich ja heute noch einen, mal sehen, das sind auch wieder mal ganz besondere Perlen
WICHTIGES UPDATE!!!
FLYWRENCH gibt es auch schon in der Version 1.6.
Es wird noch epileptischer, da einige besonders nervige und stressige Effekte eingebaut wurden und es gibt jetzt einen Level und Course Editor, also ran an den Speck und schön kranke Levels baun, was Messhof kann, können wir doch schon lange, oder etwa nicht?
http://www.messhof.com/games/flywrench.php